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Ringelblume – Calendula officinalis, Pflanze, Blüten und Herkunft einfach erklärt

Die Ringelblume Calendula officinalis ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Besonders auffällig sind ihre gelben bis kräftig orangefarbenen Blütenkörbe.

Was auf den ersten Blick wie eine einzelne grosse Blüte aussieht, besteht botanisch aus zahlreichen kleinen Einzelblüten. Die Ringelblume ist damit ein besonders anschauliches Beispiel für den typischen Blütenaufbau vieler Korbblütler.

Nach der Blüte entwickeln sich auffällig geformte trockene Früchte. Was im Alltag und im Gartenbau meist als „Ringelblumensamen“ bezeichnet wird, ist botanisch genauer die trockene Frucht mit dem eigentlichen Samen im Inneren.

Heute wird die Ringelblume weit über ihr natürliches Areal hinaus als Garten- und Kulturpflanze angebaut. Besonders die Blüten beziehungsweise bestimmte Blütenbestandteile werden als pflanzliche Rohstoffe verwendet.

Kurze Antwort:
Die Ringelblume ist die Pflanzenart Calendula officinalis aus der Familie der Korbblütler. Sie wächst als ein- bis zweijährige krautige Pflanze und bildet auffällige gelbe bis orangefarbene Blütenkörbe. Jeder Blütenkorb besteht aus zahlreichen kleinen Einzelblüten. Nach der Blüte entstehen trockene einsamige Früchte, die im Alltag meist als Ringelblumensamen bezeichnet werden.

Ringelblume im Überblick

Bezeichnung Ringelblume
Botanischer Name Calendula officinalis
Pflanzengattung Ringelblumen (Calendula)
Pflanzenfamilie Korbblütler (Asteraceae)
Wuchsform ein- bis zweijährige krautige Pflanze
Blätter länglich bis spatelförmig und grün
Blütenstände Blütenkörbe aus zahlreichen Einzelblüten
Typische Blütenfarben gelb, goldgelb bis kräftig orange
Natürliches Areal westlicher Mittelmeerraum
Früchte trockene einsamige Früchte mit auffällig unterschiedlichen Formen
Häufig verwendeter Pflanzenteil Blüten beziehungsweise bestimmte Blütenbestandteile
Kategorie auf maithai.ch Kräuter

Was ist die Ringelblume?

Die Ringelblume trägt den botanischen Namen Calendula officinalis. Sie gehört zur Gattung Calendula und zur Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Ringelblume bezeichnet auf dieser Seite eine bestimmte Pflanzenart und nicht die gesamte Gattung. Zur Gattung Calendula gehören weitere Arten.

Calendula officinalis wächst als ein- bis zweijährige krautige Pflanze. Sie entwickelt aufrechte bis verzweigte Triebe, an deren Enden die auffälligen gelben oder orangefarbenen Blütenkörbe stehen.

Auf maithai.ch wird die Ringelblume thematisch den Kräutern zugeordnet. Auch botanisch handelt es sich um eine krautige und nicht dauerhaft verholzende Pflanze.

Wie sieht die Ringelblume aus?

Das genaue Erscheinungsbild kann sich zwischen Sorten und Kulturformen unterscheiden.

Typische Merkmale sind:

  • aufrechter bis buschig verzweigter Wuchs
  • grüne Stängel
  • längliche bis spatelförmige Blätter
  • teilweise behaarte beziehungsweise drüsig behaarte Pflanzenteile
  • endständige Blütenkörbe
  • gelbe bis kräftig orangefarbene Blüten

Kultursorten können sich unter anderem bei Wuchshöhe, Blütenfarbe und Aufbau der Blütenkörbe deutlich unterscheiden.

Ist eine Ringelblumenblüte wirklich eine einzelne Blüte?

Nein. Was im Alltag als Ringelblumenblüte bezeichnet wird, ist botanisch ein Blütenkorb aus zahlreichen kleinen Einzelblüten.

Bei einfachen Blütenformen lassen sich zwei Bereiche besonders gut unterscheiden:

  • Zungenblüten: die auffälligen länglichen Einzelblüten am äusseren Rand
  • Röhrenblüten: die kleinen röhrenförmigen Einzelblüten im inneren Bereich

Die langen gelben oder orangefarbenen Teile am Rand werden umgangssprachlich häufig als „Blütenblätter“ bezeichnet. Botanisch gehört jede dieser sichtbaren Zungen jedoch zur Blütenkrone einer eigenen Zungenblüte.

Botanisch besonders interessant:
Bei der Ringelblume sind die Zungenblüten am Rand weiblich und fruchtbar. Die Röhrenblüten im Zentrum besitzen zwar männliche und weibliche Blütenorgane, sind funktionell jedoch männlich. Früchte entstehen deshalb aus den fruchtbaren Zungenblüten.

Bei gefüllten Kultursorten ist der Anteil zungenförmiger Blüten grösser. Dadurch wirkt der gesamte Blütenkorb dichter und voller.

Die Blütenkörbe werden häufig von Bienen und anderen bestäubenden Insekten besucht.

Welche Farben können Ringelblumen haben?

Typisch für Calendula officinalis sind warme Farbtöne von Hellgelb bis kräftigem Orange.

Dazu gehören beispielsweise:

  • hellgelb
  • goldgelb
  • gelborange
  • orange
  • kräftiges dunkleres Orange

Einige Kultursorten besitzen auch cremefarbene oder sehr blassgelbe Blütenstände.

Warum sind Ringelblumen gelb oder orange?

Zu den wichtigen natürlichen Pflanzenfarbstoffen der Ringelblumenblüten gehören Carotinoide.

Art und Menge dieser Farbstoffe können sich zwischen verschiedenen Sorten und Blütenfarben unterscheiden. Gelbe und orangefarbene Ringelblumen müssen deshalb nicht exakt dasselbe Carotinoidprofil besitzen.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten Carotinoide und Pflanzenfarbstoffe.

Woher stammt die Ringelblume?

Nach aktueller botanischer Einordnung liegt das natürliche Areal von Calendula officinalis im westlichen Mittelmeerraum.

Durch ihre lange Geschichte als Garten- und Kulturpflanze ist die Ringelblume heute weit über dieses Gebiet hinaus verbreitet. Sie wird in zahlreichen Regionen kultiviert und kommt ausserhalb ihres natürlichen Areals teilweise auch verwildert beziehungsweise eingebürgert vor.

Heutige Verbreitung und natürliches Areal sollten deshalb nicht gleichgesetzt werden.

Mehr über diese Unterscheidung erfahren Sie auf der Seite Herkunft pflanzlicher Zutaten.

Welche Früchte bildet die Ringelblume?

Nach der Blüte entwickeln sich trockene einsamige Früchte. Sie entstehen aus den fruchtbaren Zungenblüten am Rand des Blütenkorbs.

Besonders auffällig ist, dass innerhalb eines einzigen Blütenkorbs unterschiedlich geformte Früchte entstehen können. Sie können sich bei Grösse, Krümmung und Oberflächenstruktur deutlich unterscheiden.

Möglich sind beispielsweise:

  • stärker oder schwächer gekrümmte Früchte
  • unterschiedlich grosse Früchte
  • verschieden stark strukturierte Oberflächen
  • Früchte mit flügelartigen oder schnabelartigen Bereichen

Das Auftreten mehrerer deutlich unterschiedlicher Fruchtformen wird botanisch als Frucht-Heteromorphie bezeichnet.

Einfach eingeordnet:
Was auf einer Samentüte als „Ringelblumensamen“ verkauft wird, ist botanisch die trockene Frucht. Der eigentliche Samen befindet sich innerhalb dieser Frucht. Dass die „Samen“ auf den ersten Blick unterschiedlich aussehen, liegt deshalb an den verschiedenen Fruchtformen.

Mehr über Samen und andere Pflanzenstrukturen erfahren Sie auf der Seite Pflanzenteile.

Welche natürlichen Pflanzenstoffe enthält die Ringelblume?

Die Ringelblume enthält verschiedene natürliche Pflanzenstoffe. Welche Verbindungen in welcher Menge vorkommen, hängt unter anderem von Sorte, Pflanzenteil, Entwicklungsstadium und Verarbeitung ab.

Beschrieben werden beispielsweise:

  • Carotinoide
  • Flavonoide
  • weitere phenolische Pflanzenstoffe
  • verschiedene Terpenverbindungen

Carotinoide sind besonders für die gelben und orangefarbenen Blüten von Bedeutung.

Aus dem Vorkommen einzelner Pflanzenstoffe lässt sich keine pauschale gesundheitliche Wirkung eines Ringelblumenprodukts ableiten.

Weitere Grundlagen finden Sie auf den Seiten Sekundäre Pflanzenstoffe, Flavonoide und Carotinoide.

Welche Pflanzenteile werden bei der Ringelblume verwendet?

Als pflanzliche Rohstoffe werden besonders die Blüten beziehungsweise bestimmte Bestandteile der Blüten verwendet.

Je nach Produkt können beispielsweise vorkommen:

  • frische Blüten beziehungsweise Blütenkörbe
  • getrocknetes Blütenmaterial
  • abgetrennte Zungenblüten
  • zerkleinertes oder gemahlenes Blütenmaterial
  • Auszüge beziehungsweise Extrakte

Welche Rohstoffform tatsächlich verwendet wurde, ist für eine genaue Produktbeschreibung wichtig.

Mehr über Blüten und andere Pflanzenbestandteile erfahren Sie auf der Seite Pflanzenteile.

Ringelblumenblüten und Ringelblumenextrakt – was ist der Unterschied?

Getrocknetes Ringelblumenmaterial und Ringelblumenextrakte sind unterschiedliche Rohstoffformen.

Getrocknete Blüten beziehungsweise Blütenbestandteile enthalten eine breite Mischung natürlicher Bestandteile des verwendeten Pflanzenmaterials.

Ein Extrakt entsteht durch ein zusätzliches Extraktionsverfahren. Dabei werden bestimmte lösliche Bestandteile aus dem Ausgangsmaterial herausgelöst und können gegenüber anderen Bestandteilen anders konzentriert sein.

Blütenmaterial, Pulver und Extrakte sollten deshalb nicht automatisch gleichgesetzt werden.

Wie wird die Ringelblume verwendet?

Die Ringelblume wird je nach Pflanzenteil und Rohstoffform unterschiedlich genutzt.

Typische Beispiele sind:

  • als Garten- und Zierpflanze
  • als Schnitt- und Trockenblume
  • als pflanzlicher Rohstoff für verschiedene Zubereitungen
  • in kosmetischen Produkten
  • geeignete Blüten beziehungsweise Blütenbestandteile als dekorative oder aromatische Lebensmittelzutat

Für Lebensmittel sollten nur dafür vorgesehene und entsprechend geeignete Ringelblumenrohstoffe verwendet werden.

Ringelblume in pflanzlichen Mischungen

Ringelblumenblüten können mit weiteren pflanzlichen Rohstoffen kombiniert werden.

Für eine genaue Produktbeschreibung ist wichtig, welcher Blütenbestandteil und welche Rohstoffform tatsächlich verwendet wurden. Ganze Blütenkörbe, abgetrennte Zungenblüten, Pulver und Extrakte sind nicht automatisch dasselbe.

Weitere Informationen über Kombinationen verschiedener pflanzlicher Zutaten finden Sie auf der Seite Kräutermischungen.

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Weitere Pflanzenprofile finden Sie im Bereich Pflanzen.

Fazit: Ringelblume richtig einordnen

Die Ringelblume Calendula officinalis ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler.

Was wie eine einzelne gelbe oder orangefarbene Blüte aussieht, ist botanisch ein Blütenkorb aus zahlreichen Einzelblüten. Die äusseren Zungenblüten sind fruchtbar und bilden später die auffällig geformten trockenen Früchte.

Carotinoide gehören zu den wichtigen Pflanzenfarbstoffen der gelben und orangefarbenen Blüten. Eine weitere Besonderheit sind die unterschiedlich geformten Früchte innerhalb eines Blütenkorbs.

Als pflanzliche Rohstoffe werden besonders Blüten beziehungsweise bestimmte Blütenbestandteile verwendet. Dabei sollten vollständiges Blütenmaterial, einzelne Blütenbestandteile und daraus hergestellte Extrakte voneinander unterschieden werden.

Häufige Fragen zur Ringelblume

Was ist die Ringelblume?

Die Ringelblume ist die ein- bis zweijährige krautige Pflanzenart Calendula officinalis aus der Familie der Korbblütler.

Ist Calendula dasselbe wie Ringelblume?

Calendula ist der botanische Name der gesamten Gattung Ringelblumen. Die gewöhnlich als Ringelblume bezeichnete Art trägt den botanischen Namen Calendula officinalis.

Woher stammt die Ringelblume?

Nach aktueller botanischer Einordnung liegt das natürliche Areal von Calendula officinalis im westlichen Mittelmeerraum. Heute wird die Pflanze weit darüber hinaus kultiviert.

Ist eine Ringelblumenblüte eine einzelne Blüte?

Nein. Der sichtbare Blütenkorb besteht aus zahlreichen kleinen Einzelblüten. Am Rand befinden sich Zungenblüten und im Zentrum bei einfachen Formen Röhrenblüten.

Was sind die orangefarbenen „Blütenblätter“?

Die langen farbigen Teile am Rand werden umgangssprachlich als Blütenblätter bezeichnet. Botanisch gehört jeder dieser länglichen Bereiche zur Blütenkrone einer eigenen Zungenblüte.

Was ist der Unterschied zwischen Zungenblüten und Röhrenblüten?

Die Zungenblüten stehen am Rand des Blütenkorbs und besitzen eine auffällige längliche Blütenkrone. Bei der Ringelblume sind sie weiblich und fruchtbar. Die Röhrenblüten befinden sich im Zentrum und sind funktionell männlich.

Warum sind Ringelblumen gelb oder orange?

Zu den Pflanzenfarbstoffen, die diese Farbtöne wesentlich prägen, gehören Carotinoide. Zusammensetzung und Menge können sich zwischen Sorten und Blütenfarben unterscheiden.

Sind Ringelblumensamen wirklich Samen?

Was im Gartenbau als Ringelblumensamen bezeichnet wird, ist botanisch die trockene einsamige Frucht. Der eigentliche Samen befindet sich innerhalb dieser Frucht.

Warum sehen Ringelblumensamen unterschiedlich aus?

Innerhalb eines Blütenkorbs können unterschiedlich geformte Früchte entstehen. Dieses Auftreten verschiedener Fruchtformen wird als Frucht-Heteromorphie bezeichnet.

Welche Pflanzenteile werden bei der Ringelblume verwendet?

Als pflanzliche Rohstoffe werden besonders die Blüten beziehungsweise bestimmte Blütenbestandteile verwendet. Je nach Produkt können beispielsweise ganze Blütenkörbe, Zungenblüten, Pulver oder Extrakte gemeint sein.

Ist Ringelblumenextrakt dasselbe wie getrocknete Ringelblumenblüten?

Nein. Ein Extrakt entsteht durch ein zusätzliches Extraktionsverfahren und ist deshalb nicht automatisch gleich zusammengesetzt wie das vollständige getrocknete Pflanzenmaterial.

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