Fichtenreizker – Lactarius deterrimus, Milch, Merkmale und Mykorrhiza einfach erklärt
Der Fichtenreizker ist ein orangefarbener Milchling, der besonders eng mit Fichten verbunden ist. Sein wissenschaftlicher Name lautet Lactarius deterrimus. Typisch sind orange bis orangebraune Fruchtkörper, orange bis karottenrote Milch und grünliche Verfärbungen an älteren oder verletzten Stellen.
Der Fichtenreizker gehört biologisch zu den Pilzen. Sein unterirdisches Myzel lebt in enger Gemeinschaft mit den Wurzeln von Fichten. Diese Verbindung wird als Mykorrhiza bezeichnet.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie der Fichtenreizker aussieht, was einen Milchling auszeichnet, warum er besonders bei Fichten vorkommt und wodurch er sich von ähnlichen Reizkern unterscheidet. Weitere Profile finden Sie im Bereich Pilze.
Der Fichtenreizker ist der Milchling Lactarius deterrimus. Seine Fruchtkörper erscheinen meist in der Nähe von Fichten und zeigen überwiegend orangefarbene Töne. Bei Verletzungen tritt orange bis karottenrote Milch aus, die sich später dunkler rötlich verfärben kann. Ältere oder verletzte Bereiche können grünlich werden.
Fichtenreizker im Überblick
| Merkmal | Einordnung |
|---|---|
| Deutscher Name | Fichtenreizker |
| Wissenschaftlicher Name | Lactarius deterrimus |
| Gattung | Milchlinge (Lactarius) |
| Pilzfamilie | Täublingsverwandte (Russulaceae) |
| Sichtbarer Teil | Fruchtkörper mit Hut, Lamellen und Stiel |
| Typische Farben | Orange bis orangebraun, später teilweise grünlich |
| Milch | Zunächst orange bis karottenrot, später dunkler rötlich |
| Lebensweise | Mykorrhizapilz |
| Typischer Baumpartner | Fichte |
| Verbreitung | Vor allem Europa, zusätzlich Teile Asiens |
| Kategorie auf MaiThai.ch | Pilze |
Was ist der Fichtenreizker?
Der Fichtenreizker ist eine Pilzart aus der Gattung der Milchlinge. Sein wissenschaftlicher Name lautet Lactarius deterrimus.
Die Art gehört zur Familie der Täublingsverwandten (Russulaceae) und bildet sichtbare Fruchtkörper mit Hut, Lamellen und Stiel.
Der Fichtenreizker gehört zu einer Gruppe von Milchlingen mit orange bis rötlich gefärbter Milch, die häufig als Reizker bezeichnet werden.
Ist der Fichtenreizker eine Pflanze?
Nein. Der Fichtenreizker gehört zum Reich der Pilze.
Pilze besitzen kein Chlorophyll und betreiben keine Photosynthese. Beim Fichtenreizker spielt stattdessen die enge Lebensgemeinschaft mit seinem Baumpartner eine wichtige Rolle.
Ein Rohstoff aus Lactarius deterrimus ist deshalb eine Zutat pilzlichen und nicht pflanzlichen Ursprungs.
Fruchtkörper, Myzel und Mykorrhiza – was ist der Unterschied?
Der orangefarbene Teil, der über dem Waldboden sichtbar wird, ist der Fruchtkörper. Er dient vor allem der Bildung und Verbreitung von Sporen.
Der grösste Teil des Pilzes bleibt im Boden verborgen. Dort wächst das Myzel, ein feines Geflecht aus Pilzfäden. Beim Fichtenreizker steht dieses Myzel in enger Verbindung mit den Feinwurzeln von Fichten.
| Begriff | Einfache Erklärung |
|---|---|
| Fruchtkörper | Sichtbarer Teil mit Hut, Lamellen und Stiel |
| Myzel | Feines Geflecht aus Pilzfäden im Boden |
| Sporen | Verbreitungseinheiten des Pilzes |
| Mykorrhiza | Enge Lebensgemeinschaft zwischen Pilzmyzel und Pflanzenwurzel |
Was bedeutet Milchling?
Milchlinge sind Pilze aus der Gattung Lactarius. Wird ihr Gewebe angeschnitten oder verletzt, kann eine milchähnliche Flüssigkeit austreten.
Diese Flüssigkeit wird in der Pilzkunde als Milch oder Latex bezeichnet. Farbe und Farbveränderung unterscheiden sich je nach Pilzart und können bei der Einordnung hilfreich sein.
Dabei werden unter anderem betrachtet:
- ursprüngliche Farbe der Milch
- zeitliche Farbveränderung
- Verfärbung von Fleisch und Lamellen
- Merkmale von Hut und Stiel
- Baumpartner und Standort
Die Milchfarbe allein reicht nicht für eine sichere Pilzbestimmung.
Wie sieht der Fichtenreizker aus?
Der Fichtenreizker besitzt einen Fruchtkörper mit Hut, Lamellen und Stiel. Orangefarbene bis orangebraune Töne bestimmen das Erscheinungsbild.
Hut
Der Hut ist bei jungen Fruchtkörpern meist gewölbt und kann einen etwas eingerollten Rand besitzen. Später breitet er sich aus und kann in der Mitte leicht vertieft erscheinen.
Die Farbe reicht von Orange bis Orangebraun. Ältere oder verletzte Bereiche können grünliche Flecken entwickeln.
Lamellen
Auf der Unterseite des Hutes befinden sich dicht stehende Lamellen. Sie sind zunächst hellorange bis orangeocker und können teilweise etwas am Stiel herablaufen.
Bei Druck oder Verletzung können auch hier Farbveränderungen auftreten.
Stiel
Der Stiel zeigt meist orangefarbene bis rötlich-orange Töne. Er ist überwiegend zylindrisch und kann im Alter innen hohl werden.
Welche Farbe hat die Milch des Fichtenreizkers?
Bei einer Verletzung des Fruchtkörpers tritt zunächst orange bis karottenrote Milch aus.
Nach einiger Zeit kann sie sich dunkler rötlich bis weinrot verfärben. Für die pilzkundliche Einordnung sind deshalb sowohl die Ausgangsfarbe als auch ihre zeitliche Veränderung interessant.
Warum wird der Fichtenreizker grün?
Grünliche Stellen können besonders an verletzten, gedrückten oder älteren Bereichen des Fruchtkörpers auftreten.
Sie entstehen durch Veränderungen farbgebender Verbindungen im Pilzgewebe. Die grüne Färbung ist damit nicht die ursprüngliche Grundfarbe eines jungen, unbeschädigten Fruchtkörpers.
Warum wächst der Fichtenreizker bei Fichten?
Der Fichtenreizker bildet mit den Feinwurzeln von Fichten eine Ektomykorrhiza.
Dabei stehen Baum und Pilz in engem Stoffaustausch. Der Baum stellt dem Pilz organische Verbindungen zur Verfügung, die durch Photosynthese entstanden sind. Das Pilzmyzel erschliesst seinerseits Wasser und mineralische Nährstoffe im Boden und erweitert den von den Wurzeln erreichten Bereich.
Diese Lebensgemeinschaft erklärt die enge Verbindung des Fichtenreizkers mit Fichten.
Wächst der Fichtenreizker direkt auf Fichtenholz?
Normalerweise nicht. Die sichtbaren Fruchtkörper erscheinen auf dem Boden und nicht direkt auf Stamm oder Totholz.
Die Verbindung zur Fichte besteht unterirdisch über das Myzel und die Feinwurzeln des Baumes. Deshalb kann ein Fruchtkörper auch etwas vom sichtbaren Stamm entfernt erscheinen.
Wo kommt der Fichtenreizker vor?
Der Fichtenreizker ist besonders in Europa verbreitet. Zusätzlich sind Vorkommen aus Teilen Asiens bekannt.
Er erscheint vor allem dort, wo geeignete Fichten als Mykorrhizapartner vorhanden sind. Dazu können Fichtenwälder, Bergwälder, angelegte Fichtenbestände und geeignete Waldränder gehören.
Neben dem Baumpartner beeinflussen auch Boden, Klima und weitere Standortbedingungen sein Vorkommen.
Fichtenreizker und Edel-Reizker – was ist der Unterschied?
Mehrere Reizker besitzen orangefarbene Fruchtkörper und ähnlich gefärbte Milch. Sie können sich deshalb auf den ersten Blick deutlich ähneln.
| Merkmal | Fichtenreizker | Edel-Reizker |
|---|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Lactarius deterrimus | Lactarius deliciosus |
| Typischer Baumpartner | Fichte | Kiefer |
| Hutfarbe | Orange bis orangebraun, häufig später grünlich fleckend | Orange bis rotorange, häufig deutlicher zoniert |
| Milch | Orange bis karottenrot mit späterer dunklerer Rotfärbung | Orange mit anderer zeitlicher Farbentwicklung |
| Stiel | Häufig relativ glatt und schwächer grubig | Häufig deutlicher grubig gefleckt |
Diese Unterschiede dienen nur der allgemeinen biologischen Einordnung. Für eine zuverlässige Bestimmung müssen mehrere Merkmale gemeinsam beurteilt werden.
Diese Seite ist keine Anleitung zum Sammeln oder Bestimmen von Speisepilzen. Eine sichere Pilzbestimmung ist allein anhand von Texten oder Fotos nicht möglich. Wild gesammelte Pilze sollten vor einem möglichen Verzehr fachkundig kontrolliert werden.
Fichtenreizker als pilzlicher Rohstoff
Ein Rohstoff aus dem Fichtenreizker ist eine Zutat pilzlichen Ursprungs.
Für eine genaue Beschreibung sollte möglichst angegeben werden, welches Ausgangsmaterial verwendet und wie es verarbeitet wurde. Denkbar sind beispielsweise:
- verarbeiteter Fruchtkörper
- getrocknetes Pilzmaterial
- Pilzpulver
- Extrakt
Ein Pilzpulver und ein Extrakt sind nicht dasselbe. Bei einem konkreten Produkt sollten deshalb Art, Ausgangsmaterial, Herkunft und Verarbeitung klar benannt werden.
Fichtenreizker in Mischungen
Eine Mischung kann neben Kräutern, Früchten, Samen oder Pflanzensäften auch Zutaten pilzlichen Ursprungs enthalten.
Für die sachliche Einordnung eines Fichtenreizker-Rohstoffs sind besonders Pilzart, verwendetes Ausgangsmaterial, Verarbeitung und Herkunft wichtig.
Allgemeine Informationen finden Sie auf der Seite Kräutermischungen. Einen direkten Bezug zur Zutatenübersicht bietet die Seite MaiThai® Kräutermischung.
Weiterführende Seiten
Fazit: Fichtenreizker einfach eingeordnet
Der Fichtenreizker, wissenschaftlich Lactarius deterrimus, ist ein orangefarbener Milchling. Typisch sind seine orange bis karottenrote Milch, mögliche spätere Grünverfärbungen und seine enge Verbindung mit Fichten.
Der sichtbare Fruchtkörper erscheint auf dem Boden, während das Myzel unterirdisch eine Mykorrhiza mit Fichtenwurzeln bildet. Ein daraus gewonnener Rohstoff ist deshalb klar als Zutat pilzlichen und nicht pflanzlichen Ursprungs einzuordnen.
Häufige Fragen zum Fichtenreizker
Was ist der Fichtenreizker?
Der Fichtenreizker ist ein orangefarbener Milchling mit dem wissenschaftlichen Namen Lactarius deterrimus.
Ist der Fichtenreizker eine Pflanze?
Nein. Der Fichtenreizker ist ein Pilz.
Warum heisst er Fichtenreizker?
Der Name verweist auf seine enge Verbindung mit Fichten und seine Zugehörigkeit zu den orange bis rötlich milchenden Reizkern.
Was ist ein Milchling?
Milchlinge sind Pilze der Gattung Lactarius. Bei einer Verletzung kann aus ihrem Gewebe eine milchähnliche Flüssigkeit austreten.
Welche Farbe hat die Milch des Fichtenreizkers?
Sie ist zunächst orange bis karottenrot und kann sich später dunkler rötlich bis weinrot verfärben.
Warum wird der Fichtenreizker grün?
Verletzte, gedrückte oder ältere Stellen können sich durch Veränderungen farbgebender Verbindungen im Pilzgewebe grünlich verfärben.
Was ist Mykorrhiza?
Mykorrhiza ist eine enge Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz und Pflanzenwurzeln. Beim Fichtenreizker ist die Fichte der typische Baumpartner.
Wächst der Fichtenreizker auf Fichtenholz?
Normalerweise nicht. Die Fruchtkörper erscheinen auf dem Boden. Die Verbindung zur Fichte besteht unterirdisch über Myzel und Baumwurzeln.
Was unterscheidet den Fichtenreizker vom Edel-Reizker?
Ein wichtiger Unterschied ist der Baumpartner: Der Fichtenreizker ist typischerweise mit Fichten verbunden, der Edel-Reizker mit Kiefern. Weitere Unterschiede betreffen unter anderem Milchverfärbung, Hutzeichnung und Stielmerkmale.
Kann man den Fichtenreizker anhand eines Fotos sicher bestimmen?
Nein. Für eine zuverlässige Bestimmung müssen mehrere Merkmale sowie Standort und Baumpartner gemeinsam beurteilt werden.