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Löwenzahn – Pflanze, Blätter, Blüte, Wurzel und Pusteblume einfach erklärt

Löwenzahn gehört zu den bekanntesten krautigen Wildpflanzen Europas. Typisch sind seine bodennahe Blattrosette, die gelben Blütenkörbe, die kräftige Pfahlwurzel und die kugelige Pusteblume.

Der Gewöhnliche Löwenzahn gehört zur Familie der Korbblütler. Was auf den ersten Blick wie eine einzelne gelbe Blüte aussieht, besteht tatsächlich aus zahlreichen kleinen Einzelblüten. Nach der Blüte entstehen viele kleine Früchte mit weissen Flugschirmen.

Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Löwenzahn aufgebaut ist, wo er wächst und welche Bedeutung Blätter, Blüten, Wurzel und Fruchtstand für seine Einordnung haben. Weitere Pflanzenprofile finden Sie im Bereich Pflanzen.

Kurze Antwort:
Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Seine Blätter wachsen in einer bodennahen Rosette. Auf hohlen, blattlosen Schäften sitzen gelbe Blütenkörbe. Nach der Blüte entwickeln sich kleine Früchte mit weissen Flugschirmen, die gemeinsam die bekannte Pusteblume bilden.

Löwenzahn im Überblick

Deutscher Name Gewöhnlicher Löwenzahn
Botanischer Name Taraxacum officinale beziehungsweise Taraxacum officinale aggr.
Pflanzenfamilie Korbblütler (Asteraceae)
Wuchsform ausdauernde krautige Pflanze mit bodennaher Blattrosette
Typische Standorte Wiesen, Weiden, Wegränder, Rasenflächen, Äcker und Gärten
Hauptblütezeit vor allem im Frühling, weitere Blüten bis in den Herbst möglich
Typische Pflanzenteile Blätter, Blütenköpfe, Kraut und Wurzel
Besonderheiten weisser Milchsaft, hohle Blütenstandsschäfte und kugeliger Fruchtstand

Was ist Löwenzahn?

Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Gattung Taraxacum und gehört zur Familie der Korbblütler.

Die Pflanze bildet keine aufrechten, beblätterten Stängel wie viele andere Kräuter. Ihre Blätter wachsen dicht über dem Boden und bilden eine Rosette.

Aus der Mitte dieser Blattrosette entwickeln sich hohle und blattlose Blütenstandsschäfte. An der Spitze jedes Schafts sitzt normalerweise ein gelber Blütenkorb.

Wie lautet der botanische Name des Löwenzahns?

Als botanischer Name ist Taraxacum officinale weit verbreitet. Die genaue botanische Einordnung ist jedoch kompliziert, da der Gewöhnliche Löwenzahn zahlreiche sehr ähnliche Formen umfasst.

Deshalb findet man auch Bezeichnungen wie Taraxacum officinale aggr. Für eine allgemein verständliche Pflanzenbeschreibung ist die Bezeichnung Gewöhnlicher Löwenzahn ausreichend.

Wie sieht Löwenzahn aus?

Löwenzahn besitzt mehrere gut erkennbare Merkmale:

  • bodennahe Rosette aus grünen Blättern
  • gezähnte bis tief gelappte Blattränder
  • hohle und blattlose Blütenstandsschäfte
  • gelbe Blütenkörbe
  • weisser Milchsaft
  • kräftige Pfahlwurzel
  • kugeliger Fruchtstand mit weissen Flugschirmen

Die genaue Form kann sich zwischen einzelnen Pflanzen deutlich unterscheiden. Besonders die Blätter sind sehr variabel.

Wie sehen die Blätter des Löwenzahns aus?

Die Löwenzahnblätter wachsen in einer Rosette direkt über dem Boden. Sie können flach aufliegen oder etwas aufrechter stehen.

Ihre Form reicht von länglich und schwach gezähnt bis zu deutlich und tief gelappt. Die auffälligen Zähne der Blätter gaben der Pflanze ihren deutschen Namen: Ihre Form wurde mit den Zähnen eines Löwen verglichen.

Die Blattform allein reicht für eine sichere Bestimmung jedoch nicht immer aus, da verschiedene Löwenzahnformen unterschiedlich aussehen können.

Ist die gelbe Löwenzahnblüte eine einzelne Blüte?

Nein. Die gelbe Struktur ist botanisch ein ganzer Blütenstand und wird als Blütenkorb oder Blütenköpfchen bezeichnet.

Dieser Blütenkorb besteht aus zahlreichen kleinen gelben Zungenblüten. Was wie einzelne gelbe Blütenblätter aussieht, gehört also zu vielen kleinen Einzelblüten.

Diese Bauweise ist typisch für Korbblütler. Auch Kamille, Artischocke und Wermut gehören zu dieser Pflanzenfamilie.

Blütenstandsschaft und weisser Milchsaft

Jeder Blütenkorb sitzt normalerweise auf einem eigenen hohlen und blattlosen Schaft. Botanisch handelt es sich um einen Blütenstandsschaft.

Beim Abbrechen eines Schafts oder Blattes kann weisser Pflanzensaft austreten. Dieser wird als Milchsaft oder pflanzlicher Latex bezeichnet und kommt auch in der Wurzel vor.

Der Milchsaft ist keine tierische Milch. Er gehört zu den typischen Merkmalen des Löwenzahns, kommt jedoch auch bei anderen Pflanzen vor.

Welche Wurzel besitzt Löwenzahn?

Löwenzahn bildet eine kräftige Pfahlwurzel, die senkrecht in den Boden wächst. Sie verankert die Pflanze und dient auch als Speicherorgan.

Bleibt nach dem Entfernen der oberirdischen Pflanzenteile ein ausreichend grosser Teil der Wurzel im Boden, kann der Löwenzahn erneut austreiben.

Was ist die Pusteblume?

Nach der Blüte entwickelt sich aus dem gelben Blütenkorb der kugelige Fruchtstand, der im Alltag als Pusteblume bezeichnet wird.

Er besteht aus zahlreichen kleinen trockenen Früchten. Jede Frucht trägt einen langen Schnabel mit einem weissen Haarkranz. Dieser Haarkranz wird botanisch als Pappus bezeichnet.

Der Pappus wirkt wie ein kleiner Flugschirm. Reife Früchte können sich vom Fruchtstand lösen und durch Luftbewegungen verbreitet werden.

Sind die fliegenden Teile Samen?

Im Alltag wird häufig von Löwenzahnsamen gesprochen. Botanisch handelt es sich beim fliegenden Teil jedoch um eine kleine einsamige Frucht. Der eigentliche Samen befindet sich innerhalb dieser Frucht.

Der weisse Flugschirm gehört zur Frucht und unterstützt ihre Verbreitung durch den Wind.

Wann und wo wächst Löwenzahn?

Die Hauptblütezeit liegt in Mitteleuropa im Frühling. Besonders im April und Mai können ganze Wiesen gelb erscheinen. Je nach Wetter, Höhenlage und Standort können einzelne Pflanzen bis in den Herbst weitere Blütenköpfe bilden.

Löwenzahn wächst besonders häufig auf offenen und nährstoffreichen Flächen. Typische Standorte sind:

  • Wiesen und Weiden
  • Wegränder
  • Rasenflächen
  • Gärten
  • Äcker
  • Böschungen
  • andere offene oder regelmässig gestörte Flächen

Der Gewöhnliche Löwenzahn ist besonders in Europa und im gemässigten Eurasien verbreitet. Heute kommt er auch in zahlreichen weiteren Regionen vor.

Welche Pflanzenteile werden bei Löwenzahn verwendet?

Bei Löwenzahn können unterschiedliche Pflanzenteile als pflanzliche Rohstoffe verwendet werden. Deshalb ist bei einer Zutat aus Löwenzahn wichtig, welcher Pflanzenteil und welche Produktform gemeint sind.

  • Löwenzahnblätter: die grünen Laubblätter
  • Löwenzahnkraut: oberirdische Pflanzenteile
  • Löwenzahnblüten: die gelben Blütenkörbe
  • Löwenzahnwurzel: der unterirdische Pflanzenteil
  • Löwenzahnwurzel mit Kraut: Kombination aus Wurzel und oberirdischen Pflanzenteilen
  • Löwenzahnpulver: gemahlener Pflanzenrohstoff
  • Löwenzahnextrakt: durch ein Extraktionsverfahren gewonnene Produktform

Löwenzahnblatt, Löwenzahnkraut und Löwenzahnwurzel sind also nicht derselbe Rohstoff. Auch Pflanzenpulver und Extrakt sind nicht automatisch vergleichbar.

Mehr über solche Unterschiede erfahren Sie auf der Seite Pflanzenteile.

Wie schmeckt Löwenzahn?

Verschiedene Pflanzenteile des Löwenzahns können einen bitteren und pflanzlichen Geschmack besitzen. Besonders Blätter und Wurzel werden häufig mit Bitterkeit verbunden.

Wie ausgeprägt der Geschmack ist, kann unter anderem von Pflanzenteil, Alter, Erntezeitpunkt, Standort und Verarbeitung abhängen.

Der bittere Geschmack wird nicht von einer einzigen Verbindung verursacht. Mehrere natürliche Pflanzenstoffe können gemeinsam zum Geschmacksprofil beitragen.

Weitere Grundlagen finden Sie auf der Seite Bitterstoffe.

Welche Pflanzenstoffe enthält Löwenzahn?

Löwenzahn enthält je nach Pflanzenteil unterschiedliche natürliche Bestandteile. Beschrieben sind unter anderem:

  • bitter schmeckende Sesquiterpenverbindungen
  • phenolische Verbindungen
  • Flavonoide
  • Gerbstoffe
  • Inulin, besonders in der Wurzel
  • weitere Kohlenhydrate und Pflanzenbestandteile

Die Zusammensetzung kann sich je nach Pflanzenteil, Jahreszeit, Standort und Verarbeitung unterscheiden.

Das Vorkommen eines einzelnen Stoffes erlaubt keine vereinfachte Aussage über die Wirkung der gesamten Pflanze oder eines daraus hergestellten Produkts. Grundlagen zu verschiedenen Stoffgruppen finden Sie unter Sekundäre Pflanzenstoffe.

Ist Löwenzahn immer leicht zu erkennen?

Löwenzahn besitzt mehrere auffällige Merkmale. Trotzdem ist nicht jede gelbe Wiesenblume ein Löwenzahn.

Für die Bestimmung sollten mehrere Merkmale gemeinsam betrachtet werden:

  • bodennahe Blattrosette
  • gezähnte oder gelappte Blätter
  • hohler und blattloser Blütenstandsschaft
  • gelber Blütenkorb
  • weisser Milchsaft
  • kugeliger Fruchtstand
Hinweis:
Diese Seite dient der botanischen Einordnung. Wildpflanzen sollten nur gesammelt oder verwendet werden, wenn die Pflanzenart sicher bestimmt wurde und der Standort frei von problematischen Verunreinigungen ist.

Verwandte Pflanzen und weiteres Pflanzenwissen

Auf MaiThai.ch gehört Löwenzahn zum Bereich der Kräuter. Weitere Pflanzenprofile aus der Familie der Korbblütler sind:

Weitere Pflanzenprofile finden Sie im Bereich Pflanzen. Grundlagen zu Pflanzenteilen und natürlichen Pflanzenstoffen bietet der Bereich Pflanzenwissen.

Fazit: Löwenzahn richtig einordnen

Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Typisch sind die bodennahe Blattrosette, gelbe Blütenkörbe auf hohlen Schäften, die kräftige Pfahlwurzel und der weisse Milchsaft.

Der gelbe Blütenkorb besteht aus zahlreichen kleinen Einzelblüten. Nach der Blüte entwickelt sich daraus die Pusteblume mit vielen kleinen Früchten und ihren weissen Flugschirmen.

Je nach Verwendung können unterschiedliche Pflanzenteile wie Blätter, Kraut, Blüten oder Wurzel im Mittelpunkt stehen.

Häufige Fragen zu Löwenzahn

Was ist Löwenzahn?

Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler.

Wie lautet der botanische Name?

Häufig wird Taraxacum officinale verwendet. Aufgrund der komplizierten botanischen Einordnung findet man auch die Bezeichnung Taraxacum officinale aggr.

Ist die gelbe Löwenzahnblüte eine einzelne Blüte?

Nein. Sie ist ein Blütenkorb aus zahlreichen kleinen gelben Zungenblüten.

Warum heisst die Pflanze Löwenzahn?

Der Name bezieht sich auf die häufig deutlich gezähnten Blätter, deren Form mit den Zähnen eines Löwen verglichen wurde.

Was ist die Pusteblume?

Die Pusteblume ist der reife Fruchtstand des Löwenzahns. Sie besteht aus zahlreichen kleinen Früchten mit weissen Flugschirmen.

Sind die Teile der Pusteblume Samen?

Botanisch handelt es sich bei jedem fliegenden Teil um eine kleine einsamige Frucht. Der eigentliche Samen befindet sich darin.

Was ist der weisse Flugschirm?

Der weisse Haarkranz wird Pappus genannt. Er unterstützt die Verbreitung der Früchte durch den Wind.

Was ist der weisse Saft im Löwenzahn?

Der weisse Pflanzensaft wird Milchsaft oder pflanzlicher Latex genannt.

Welche Wurzel besitzt Löwenzahn?

Löwenzahn bildet eine kräftige Pfahlwurzel, die senkrecht in den Boden wächst.

Wann blüht Löwenzahn?

Die Hauptblüte liegt im Frühling. Je nach Standort und Wetter können weitere Blüten bis in den Herbst erscheinen.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?

Je nach Rohstoff oder Produkt können Blätter, Kraut, Blütenkörbe, Wurzel oder Wurzel mit Kraut verwendet werden.

Ist jede gelbe Wiesenblume ein Löwenzahn?

Nein. Auch andere Korbblütler besitzen gelbe Blütenköpfe. Für eine sichere Bestimmung sollten mehrere Merkmale gemeinsam betrachtet werden.