Holunderbeere – Schwarzer Holunder, Früchte und Eigenschaften einfach erklärt
Als Holunderbeeren werden meist die kleinen dunkelvioletten bis schwarzen Früchte des Schwarzen Holunders bezeichnet. Der botanische Name der Pflanze lautet Sambucus nigra. Sie wächst als grosser Strauch oder kleiner Baum und ist auch in der Schweiz einheimisch.
Im späten Frühling bildet der Schwarze Holunder auffällige helle Blütenstände. Nach Bestäubung und Befruchtung entwickeln sich daraus zahlreiche kleine Früchte, die im Spätsommer und Herbst dunkel ausreifen.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie der Schwarze Holunder aussieht, wie seine Früchte aufgebaut sind und entstehen, warum sie dunkel gefärbt sind und was bei ihrer Verarbeitung zu beachten ist.
Holunderbeeren sind die kleinen dunklen Früchte des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra). Sie wachsen zahlreich in verzweigten, bei Reife meist überhängenden Fruchtständen. Ihre dunkelviolette bis schwarze Farbe wird wesentlich von Anthocyanen geprägt. Für Lebensmittel werden die vollständig reifen Früchte üblicherweise erhitzt und weiterverarbeitet.
Holunderbeere im Überblick
| Gebräuchliche Bezeichnung | Holunderbeere |
| Pflanze | Schwarzer Holunder |
| Botanischer Name | Sambucus nigra |
| Pflanzengattung | Holunder (Sambucus) |
| Pflanzenfamilie | Viburnaceae; in anderen beziehungsweise älteren Einteilungen auch Adoxaceae |
| Wuchsform | grosser Strauch oder kleiner Baum; in der Schweiz bis etwa 7 Meter |
| Blüten | klein, weiss bis gelblich-weiss, in grossen Blütenständen |
| Blütezeit | in der Schweiz meist Mai bis Juni |
| Früchte | klein, rundlich und bei Reife dunkelviolett bis schwarz |
| Fruchtgrösse | etwa 4 bis 6 mm Durchmesser |
| Innerer Aufbau | mehrere harte Steinkerne beziehungsweise Pyrenen mit Samen |
| Reifezeit | Spätsommer bis Herbst |
| Natürliches Verbreitungsgebiet | Europa bis Westasien; in der Schweiz einheimisch |
| Typische Verarbeitung | Saft, Sirup, Gelee, Konfitüre und weitere Fruchtprodukte |
| Kategorie auf MaiThai.ch | Früchte |
Was ist eine Holunderbeere?
Mit Holunderbeere ist im deutschsprachigen Raum meist die Frucht des Schwarzen Holunders Sambucus nigra gemeint.
Die einzelnen Früchte sind nur wenige Millimeter gross. Sie entwickeln sich zahlreich in verzweigten Fruchtständen, die mit zunehmender Reife und zunehmendem Gewicht häufig nach unten hängen.
Im Inneren befinden sich mehrere harte Steinkerne, sogenannte Pyrenen. Sie enthalten jeweils einen Samen.
Ist die Holunderbeere botanisch wirklich eine Beere?
Die Bezeichnung Holunderbeere ist allgemein gebräuchlich und wird auch in botanischen Floren verwendet. Bei einer detaillierteren morphologischen Einordnung finden sich daneben Beschreibungen als beerenartige Steinfrucht.
Für das Verständnis des Fruchtaufbaus ist vor allem entscheidend: Die Holunderfrucht besitzt weiches Fruchtgewebe und im Inneren mehrere harte Steinkerne beziehungsweise Pyrenen mit Samen.
Wie sieht der Schwarze Holunder aus?
Der Schwarze Holunder wächst meist als kräftig verzweigter Strauch und kann sich zu einem kleinen Baum entwickeln.
Typische Merkmale sind:
- mehrere Meter hoher, verzweigter Wuchs
- Zweige mit auffälligem hellem bis weissem Mark
- gegenständig angeordnete Blätter
- gefiederte Blätter mit meist fünf Teilblättern
- fein gezähnte Blattränder
- weisse bis gelblich-weisse Blüten
- grosse, flache bis leicht gewölbte Blütenstände
- bei Reife meist überhängende Fruchtstände
Wo wächst Schwarzer Holunder?
Der Schwarze Holunder ist in der Schweiz einheimisch und in weiten Teilen Europas natürlich verbreitet. Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht über Europa hinaus bis nach Westasien.
Er wächst häufig an Waldrändern, in Gebüschen und Hecken, auf Lichtungen sowie in Siedlungsnähe. Die Pflanze kommt sowohl wild als auch angepflanzt vor.
Das natürliche Verbreitungsgebiet einer Pflanzenart sollte nicht mit dem heutigen Anbaugebiet oder der Herkunft eines konkreten Rohstoffs verwechselt werden. Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite Herkunft pflanzlicher Zutaten.
Wie sehen Holunderblüten aus?
Der Schwarze Holunder bildet im späten Frühling zahlreiche kleine weisse bis gelblich-weisse Blüten.
Die Einzelblüten stehen in grossen, flachen bis leicht gewölbten Blütenständen. Dadurch ist ein blühender Holunderstrauch schon von weitem gut zu erkennen.
Nach Bestäubung und Befruchtung entwickeln sich aus den Blüten die späteren Früchte.
Wie entstehen Holunderbeeren?
- Im Frühling beziehungsweise Frühsommer öffnen sich die Holunderblüten.
- Nach Bestäubung und Befruchtung beginnt die Fruchtentwicklung.
- Zunächst entstehen kleine grüne Früchte.
- Während der Reifung verändern sie Farbe und Grösse.
- Beim Schwarzen Holunder werden die reifen Früchte dunkelviolett bis schwarz.
- Durch das zunehmende Gewicht hängen die reifen Fruchtstände häufig nach unten.
Holunderblüte und Holunderbeere – was ist der Unterschied?
Holunderblüten und Holunderbeeren stammen von derselben Pflanze, sind aber unterschiedliche Pflanzenteile und pflanzliche Rohstoffe.
| Merkmal | Holunderblüte | Holunderbeere |
| Pflanzenteil | Blüte | Frucht |
| Farbe | weiss bis gelblich-weiss | dunkelviolett bis schwarz |
| Jahreszeit | meist Mai bis Juni | Spätsommer bis Herbst |
| Typische Verarbeitung | Sirup, Aufgüsse und aromatisierte Lebensmittel | Saft, Sirup, Gelee, Konfitüre und weitere Fruchtprodukte |
Blüten und Früchte unterscheiden sich auch bei ihrer natürlichen Zusammensetzung. Aussagen über Holunderblüten lassen sich deshalb nicht einfach auf Holunderbeeren übertragen.
Mehr über die botanische Einordnung unterschiedlicher Pflanzenteile erfahren Sie auf der Seite Pflanzenteile.
Warum sind Holunderbeeren dunkelviolett bis schwarz?
Die dunkle Farbe reifer Holunderbeeren wird wesentlich durch natürliche Pflanzenfarbstoffe aus der Gruppe der Anthocyane geprägt.
Anthocyane gehören zu den Flavonoiden und damit zu den Polyphenolen. In den Früchten von Sambucus nigra kommen insbesondere verschiedene Cyanidin-Verbindungen vor.
Welche Anthocyane und Mengen vorhanden sind, kann sich zwischen Sorten und einzelnen Proben unterscheiden. Auch Reifegrad, Standort, Erntezeitpunkt und Verarbeitung können die Zusammensetzung beeinflussen.
Eine besonders dunkle Farbe erlaubt deshalb keine genaue Aussage über die Menge eines bestimmten Pflanzenstoffs.
Weitere Grundlagen finden Sie auf der Seite Pflanzenfarbstoffe.
Welche natürlichen Bestandteile enthalten Holunderbeeren?
Holunderbeeren enthalten verschiedene natürliche Pflanzenbestandteile.
Dazu gehören unter anderem:
- Anthocyane
- weitere Polyphenole
- Fruchtsäuren
- Zucker
- Pektine und weitere Ballaststoffbestandteile
Die genaue Zusammensetzung hängt unter anderem von Sorte, Reifegrad, Standort, Erntezeitpunkt und Verarbeitung ab.
Aus dem Vorkommen einzelner Pflanzenstoffe lässt sich keine pauschale gesundheitliche Wirkung eines Holunderprodukts ableiten.
Wie schmecken Holunderbeeren?
Reife Holunderbeeren besitzen einen kräftigen, fruchtigen und meist säuerlich-herben Geschmack.
Durch Erhitzen und die Kombination mit Zucker oder anderen Früchten verändert sich das Geschmacksprofil. Holundersaft, Sirup, Gelee und andere Zubereitungen können deshalb deutlich anders schmecken als die unverarbeitete Frucht.
Kann man Holunderbeeren roh essen?
Für den Verzehr werden Holunderbeeren üblicherweise erhitzt.
Schwarzer Holunder enthält natürlicherweise cyanogene Glycoside. Ihre Gehalte unterscheiden sich zwischen den verschiedenen Pflanzenteilen und können auch vom Reifegrad abhängen. Besonders in unreifen Früchten sowie in Blättern und anderen grünen Pflanzenteilen können höhere Gehalte vorkommen.
Durch sachgerechte thermische Verarbeitung werden cyanogene Glycoside deutlich reduziert. Für Lebensmittel sollten deshalb vollständig reife Früchte verwendet, grüne Pflanzenteile entfernt und die Früchte entsprechend verarbeitet werden.
Für Lebensmittel sollten nur vollständig reife Früchte einer sicher bestimmten geeigneten Holunderart verwendet werden. Stiele, Blätter und unreife Früchte werden entfernt. Diese Seite ist keine Anleitung zur Bestimmung, zum Sammeln oder zur Zubereitung von Wildpflanzen.
Wie werden Holunderbeeren verwendet?
Reife und entsprechend verarbeitete Holunderbeeren werden unter anderem verwendet für:
- Holundersaft
- Sirup
- Gelee
- Konfitüre und Fruchtaufstriche
- gekochte Fruchtzubereitungen
- Fruchtpulver
- Extrakte
Frucht, Saft, Pulver und Extrakt sind unterschiedliche Produktformen. Bei einem Extrakt können bestimmte lösliche Bestandteile anders zusammengesetzt oder konzentriert sein als in der vollständigen Frucht.
Gibt es verschiedene Holunderarten?
Ja. Die Gattung Sambucus umfasst mehrere Arten.
In der Schweiz kommen unter anderem vor:
- Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
- Roter Holunder (Sambucus racemosa)
- Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus)
Diese Seite behandelt den Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) und seine dunklen Früchte. Andere Holunderarten können sich deutlich bei Wuchs, Merkmalen und Früchten unterscheiden und sollten nicht mit Sambucus nigra gleichgesetzt werden.
Welche Bedeutung haben Holunderbeeren für Tiere?
Reife Holunderfrüchte werden von verschiedenen Vögeln und anderen Tieren gefressen und dienen ihnen als Nahrung.
Gleichzeitig können Tiere durch die Aufnahme und spätere Ausscheidung der Samen zur Ausbreitung des Schwarzen Holunders beitragen.
Holunderbeeren in pflanzlichen Mischungen
Verarbeitete Holunderbeeren können mit weiteren Früchten und pflanzlichen Rohstoffen kombiniert werden.
Bei einem Produkt mit Holunder ist die genaue Zutatenbezeichnung wichtig. Sie sollte erkennen lassen, ob beispielsweise Holunderblüten, Holunderfrüchte, Holundersaft, Fruchtpulver oder ein Extrakt verwendet wurden.
Mehr über Kombinationen verschiedener pflanzlicher Zutaten erfahren Sie auf der Seite Kräutermischungen.
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Weitere Pflanzenprofile finden Sie im Bereich Pflanzen. Grundlagen zu Früchten, Samen, Blüten und weiteren Pflanzenbestandteilen bietet die Seite Pflanzenteile.
Fazit: Holunderbeeren richtig einordnen
Als Holunderbeeren werden meist die kleinen dunklen Früchte des Schwarzen Holunders Sambucus nigra bezeichnet. Die Pflanze ist in der Schweiz einheimisch und wächst als grosser Strauch oder kleiner Baum.
Aus den hellen Blüten entwickeln sich zahlreiche kleine Früchte, die bei Reife dunkelviolett bis schwarz werden. Ihre Färbung wird wesentlich von Anthocyanen geprägt.
Holunderblüten und Holunderbeeren sind unterschiedliche pflanzliche Rohstoffe. Für Lebensmittel werden vollständig reife Holunderfrüchte üblicherweise erhitzt und beispielsweise zu Saft, Sirup, Gelee und weiteren Fruchtprodukten verarbeitet.
Häufige Fragen zu Holunderbeeren
Was ist eine Holunderbeere?
Mit Holunderbeere ist meist die kleine dunkelviolette bis schwarze Frucht des Schwarzen Holunders Sambucus nigra gemeint.
Ist die Holunderbeere botanisch eine Beere?
Die Frucht wird allgemein und auch in botanischen Floren als Beere bezeichnet. In detaillierteren morphologischen Beschreibungen findet sich daneben die Bezeichnung beerenartige Steinfrucht. Im Inneren befinden sich mehrere harte Steinkerne beziehungsweise Pyrenen mit Samen.
Von welcher Pflanze stammen Holunderbeeren?
Die auf dieser Seite beschriebenen Holunderbeeren stammen vom Schwarzen Holunder Sambucus nigra.
Wie sieht Schwarzer Holunder aus?
Er wächst als grosser Strauch oder kleiner Baum und besitzt gefiederte Blätter, helle Blütenstände sowie bei Reife dunkle, meist überhängende Fruchtstände.
Wann blüht Schwarzer Holunder?
In der Schweiz blüht er meist im Mai und Juni.
Wann reifen Holunderbeeren?
Die Früchte reifen gewöhnlich im Spätsommer bis Herbst.
Was ist der Unterschied zwischen Holunderblüte und Holunderbeere?
Die Holunderblüte ist die helle Blüte der Pflanze. Die Holunderbeere ist die später daraus entstehende dunkle Frucht. Es handelt sich um unterschiedliche Pflanzenteile und Rohstoffe.
Warum sind Holunderbeeren dunkel?
Ihre dunkelviolette bis schwarze Färbung wird wesentlich durch Anthocyane aus der Gruppe der Flavonoide geprägt.
Kann man Holunderbeeren roh essen?
Für den Verzehr werden Holunderbeeren üblicherweise erhitzt. Besonders unreife Früchte sowie Blätter und andere grüne Pflanzenteile sollten nicht verzehrt werden.
Wie werden Holunderbeeren verwendet?
Verarbeitete Holunderfrüchte werden unter anderem für Saft, Sirup, Gelee, Konfitüre, Fruchtpulver und Extrakte verwendet.
Gibt es verschiedene Holunderarten?
Ja. Neben dem Schwarzen Holunder gibt es beispielsweise Roten Holunder und Zwerg-Holunder. Diese Seite behandelt Sambucus nigra.